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Zurück zur Natur, oder was?

  1. #1
    Mr.Honey Bunny

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    Standard Zurück zur Natur, oder was?

    :huhu:

    Hatte gerade eine Diskussion mit meinem Schatzi, vielleicht könnt ihr ja auch was dazu beisteuern.

    Wir haben ja einen Peruaner(-Mix?), 5 Rosettenmixe und ein Englisches Schopfmeerschweinchen. Dieses hat er sich übrigens ausgesucht, da es so natürlich (also am Ehesten wie ein Wildmeerschweinchen) aussieht. Es heißt
    übrigens auch Nature (sehr einfallsreich, ich weiß ;-)). Bilder könnt ihr ja in meiner Galerie sehen.

    So mein Schatzi ist der Meinung, dass solche Schweine noch am gesündesten wären, als solche bunten Langhaarschweine. Da sie angeblich nicht so weit vom Wildmeerschweinchen weggezüchtet wären, bzw. noch enger mit ihm verwandt sind.
    OK, meine Nature ist ziemlich gesund, als jetzt zum Beispiel der Bernd (ja krasses Beispiel). Sie war nur einmal beim TA, nachdem der Wobble gestorben war und sie aus Trauer abgenommen hatte.

    Ist doch Schwachsinn, oder? Die sind doch genauso lange gezüchtet (und evtl. überzüchtet), wie Rosetten-, oder Langhaarschweine auch. Das geht doch schon mit dem Schopf los.

    Ist vielleicht ein dämliches Thema, aber Schweine sind zur Zeit irgendwie unser Hauptgesprächsthema (weiß gar nicht warum). Vielleicht schreibt ihr ja trotzdem was Schönes dazu.

  2. #1
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    Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Ilse zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter.

  3. #2
    Murx Pickwick

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    Alle Meerschweinchen in Europa sind miteinander verwandt. Die Wildmeerschweinchen liegen alle zwischen 800 - 4000 Jahre zurück, das sind eine Menge Generationen. Der Verdauungstrakt hat sich geändert, die Fähigkeit, Haare auf der Flucht abzuschmeißen, ist verloren gegangen, die Körperproportionen sind ganz anders und und und ... selbst das Verhalten hat sich in der Zeit extrem verändert.
    Es gibt also keine Meerschweinchen mehr, die der Wildform näher sind wie andere, die sind alle über Tausende von Generationen von den Wilden entfernt und haben kaum mehr was mit ihnen zu tun (nachzulesen in der Wikipedia).

    Es gibt jedoch etwas, was es meiner Meinung nach zur Tierquälerei macht, langhaarige Meerschweinchen zu züchten. Die wenigsten Meerschweinchen mögen gekämmt und geschnitten werden. Dies ist aber bei langhaarigen Meerschweinchen absolut notwendig, da das Fell von denen beliebig nachwächst. Es führt also zu vermeidbarem Leid.

    Es gibt allerdings keine Krankheiten, die bei langhaarigen Meerschweinchen häufiger auftreten wie bei anderen Varietäten. Wie denn auch - langhaarige Meerschweinchen stammen oft aus dem gleichen Wurf wie andershaarige Meerschweinchen. Selbst in seriösen Zuchten finden sich unter den Vorfahren der langhaarigen Meerschweinchen in relativ wenig zurückliegenden Generationen andere Haarvariationen, oft sogar schon unter den Großeltern und Urgroßeltern.

  4. #3
    Mr.Honey Bunny

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    Ich danke dir für diese (bestätigende ) Antwort.

    Ich finde auch das die langen Haare Quälerei sind für das Tier. Aber damals gab es nur den einen Bock im TH.

    Na gut, ich gestehe, mir gefallen die langen Haare trotzdem unheimlich gut und eigentlich wollte ich immer so ein Schwein haben (wie mein Kaninchen und mein Bearded Collie). Mein W ist aber geschoren (wie mein Kaninchen und mein Bearded Collie).

  5. #4
    PeggySue

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    Das hat jetzt wohl weniger mit dem Thema an sich zu tun, aber Murx Pickwick, Du hast geschrieben, dass Wildmeerschweinchen bei der Flucht ihre Haare abwerfen können. Kann das nicht sein, dass das unsere Tierchen auch können?

    Meine PeggySue hat sich wohl vor ein paar Wochen vo dem Fuß meines Freundes im Auslauf ziemlich erschrocken (er musste den Stall sauber machen, weil ich nicht da war). Sie wäre wohl um ein Haar unter die Ferse gekommen aus lauter Neugier...zum Glück hat er sie aber noch bemerkt.
    Als er sie dann hochnehmen wollte, hatte er plötzlich ein riesiges Büschel Haare in der Hand... und PeggySue eine kahle Stelle am Po. Die Haare sind nicht abgerissen, sondern wohl ausgefallen, die Haut war ganz glatt, ohne Stoppel. Nach ein paar Stunden hat sich die Süße wieder beruhigt und das Fell wächst auch schon wieder nach. Aber als ich das eben gelesen habe, musste ich an die Fähigkeit, Haare abzuwerfen denken. Kann das sein, dass das diese alte "Funktion" war?

  6. #5
    Yvonne79

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    Hallo,

    ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, das Robustheit etwas mit der Rasse zu tun hat. Eingeschränkt sind letzlich alle Meeris irgendwie. Rotäugige sehen schlechter, Rexe und Teddys können sich wegen gekräuselter Tasthaare weniger gut orientieren und Langhaarige können Verfilzen. Wo da eine unnötige Zuchtvariante (Qualzucht) anfängt kann man schlecht sagen. Das wichtigste ist doch, wir pflegen sie entsprechend und sie können ein annähernd artgerechtes Leben führen. Wobei das auch wieder Auslegungssache ist.
    Meine Erfahrung in den letzten Jahren ist jedoch eine allgemeine Zunahme der Empfindlichkeit der Tiere und je mehr man sie verhätschelt deste häufiger haben sie was. Kann aber auch Zufall sein. Mein erstes Meeri war z.B. nur zweimal in seinem vierjährigen Leben krank (wobei ich selber das eine Mal Schuld war) und auch die beiden nachfolgenden, hatten in den ersten vier oder fünf Lebensjahren nie den TA kennengelernt. Die letzten Jahre hingegen war ich ständig mit irgendeinem Tier beim TA. Und seit ich mich etwas mehr distanziert habe d.h. kaum noch rausnehmen und mehr kucken und auch keine neuen Tiere mehr dazu kamen ist auch nix mehr gewesen.

  7. #6
    Murx Pickwick

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    @PeggySue: Genau so ist es auch mit den Tschudis und den Wildmeerschweinchen - allerdings hab ich es bisher bei meinen Tieren noch nie erlebt und wissenschaftlich beschrieben ist es meines Wissens bei Hausmeerschweinchen auch nicht.
    Entweder ist das bei PeggySue ein Atavismus, ähnlich wie beim Menschen ein Schwanzansatz oder die Fähigkeit mit den Ohren zu wackeln, oder die Fähigkeit hat sich doch unbemerkt bei den Hausmeerschweinchen erhalten ... ka

    @Yvonne79: Wenn ich nicht wüßte, daß es auch schon früher verhätschelte Meeris gegeben hätte, die oft sogar allein gehalten wurden und dann noch falsch gefüttert wurden und trotzdem nie krank wurden, würd ich sagen, daß es wohl doch extrem viel Streß für Meeris ist, hochgenommen zu werden -. aber das kann man ja wohl ausschließen, die Meerschweinchen früher hatten genauso viel Streß.
    Wenn man mal von Grabmilben und nun auch noch Hautpilz bei meinen Böcken durch Streß absieht, bzw diese Osteoporose durch falsche Fütterung bei dem einen Meerschweinchweibchen, sind meine toi, toi, toi richtig robust und gesund. Allerdings leben die auch mehr oder weniger halbwild und sind nur nachts wegen den Mardern eingesperrt.
    Nun kenne ich die Meerschweinchen von früher nicht, nur aus Erzählungen, deswegen kann ich nicht sagen, ob Meeris empfindlicher geworden sind oder nicht. Was mir aber auffällt - die ganz alten Leute, die Meeris hatten, können sich nicht daran erinnern, daß ihre Meerschweinchen die Symptome von Grabmilben hatten - Verdrängt? Nicht drauf geachtet? Oder sind unsere Schweinchen heutzutage doch empfindlicher?
    Blasen- und Nierensteine hat es allerdings bei Meeris schon um 1950 rum gegeben. Da kenn ich einige alte Leute, die ihre Tiere dadurch verloren. Von einer alten Tierärztin hab ich erfahren, daß es in den 50er und 60er Jahren kaum Mangelerscheinungen gab, sie hätte seit den 80er, 90er Jahren sehr viele Meerschweinchen mit Mangelerscheinungen in der Praxis gehabt. Ich denke, daß liegt dann an der Fütterungspraxis, die sich in dieser Zeit verändert hat von Gemüseresten auf TroFu.

  8. #7
    PeggySue

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    @Murx: Hm... das ist ja interessant. Also ausgerissen wurden die Haare nicht, das hätte man ja bemerkt. Ich weiß zwar, dass PeggySue was ganz besonderes ist (ein Goldstück durch und durch), aber jetzt weiß ich, dass sie etwas ganz besonderes ist. Vielleicht ist es ja auch wirklich so eine Ausnahme, wie mit dem (menschlichen) Ohrenwackeln, etc.... denn sonst hat das von meinen auch noch keines gemacht....

  9. #8
    Yvonne79

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    Hallo,

    woran es mit der Empfindlichkeit liegt, ist wohl schwer zu sagen solange das keiner genauer untersucht. Bei der Fütterung hat man ja früher viel eher was falsche gemacht, da gabs ja hauptsächlich Küchenreste und billiges Trofu. Die meisten ernähren ihre Tiere ja nun schon besser und haben trotzdem immer mehr Probleme. Umweltgifte spielen ja auch immer mehr eine Rolle. Wer weiß was alles in dem Obst und Gemüse drin ist. Die Kombination von allem macht die Tiere wahrscheinlich dann so krank und empfindlich. Ein Thema dürfte auch die Zucht sein. Meist wird ja nur Wert auf Äußerlichkeiten gelegt und irgendwie geht auch alles so schnell. Immer wieder gibt es neue Rassen und Farbkombinationen. Bei Hunden und Katzen ist das ja z.B. ganz anders, da spielt auch der Charakter und die Robustheit eine Rolle und die meisten Rassen sind seit Jahrhunderten etabliert. Da muß wohl bei den Meeris noch ein Umdenken stattfinden.

  10. #9
    Whoopie

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    also mein tierarzt hat erzählt, dass man wegen den verschiedenen rassen und den krankheiten nur so viel sagen kann: bei glatthaarigen sieht man gewichtsverlust und ähnliches sehr viel schneller. da ist kein wuscheliges fell, das die abnahme verbirgt, deswegen werden bei wuscheligen meeris krankheiten in der regel erst später erkannt als bei glatten.
    er hatte auch das gefühl, das gerade rexmeerschweine sehr anfällig wären. mein rex meeri, die aubergine, war nicht aber nicht krank und hat auch nciht abgenommen , sie war glaub ich sechs, und das geht ja vom alter her. sie ist auf meinem arm gestorben...
    die gewichtsabnahme von zorro (rosettenmix) habe ich wirklich erst relativ spät bemerkt. also denke ich kann der ta schon recht haben.

  11. #10
    Murx Pickwick

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    Mit dem Haareabschmeißen scheint doch noch vorhanden zu sein, oder ich hab hier auch ein Atavismus rumlaufen ...

    Heute Nacht gabs Marderalarm und Maximilian brach in Panik aus, war in seiner Verzweiflung bei meinem Kontrollbesuch ausgebrochen und laut schreiend durch den Garten gehetzt. Als ich ihn dann endlich in eine Ecke getrieben hatte und ihn aufnahm, hatte ich die Hände voller Haare - und ich bin mir sicher, ich hab nicht an den Haaren gerissen!
    Maximilian ist ein langhaariges Schweinchen, also eine Haarvarietät, von der ich das absolut nicht erwartet hätte.

    Zum Glück ist niemandem was passiert ...

  12. #11
    Bea

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    Langhaartiere wechseln eben auch ihr Haarkleid :binzel:, sonst wäre der Haarabwurf kaum möglich.

  13. #12
    Murx Pickwick

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    Das Abwerfen des Felles bei Schreck hat genauso wenig was mit dem Fellwechsel zu tun wie das Abbrechen der Haare. Es ist ein ganz anderer Prozeß, der da abläuft, der einzig durch Nervenreizung ausgelöst wird. Eine Veränderte Versorgung vor dem Ausfallen wie beim Haarwechsel findet dabei nicht statt.
    Die bei Schreck abgeworfenen Haare können durchaus im Wachstum begriffene Haare sein, ein Ausfallen der Haare durch Haarwechsel ist in der Wachstumsphase des Haares gar nicht möglich.

    Wie gesagt - wenn es einen Haarwechsel bei den langhaarigen Meerschweinchen gäbe, warum haaren dann nicht die Langhaartiere, deren Haare regelmäßig mit Lockenwicklern und ähnlichem aufgewickelt werden, um das Brechen zu verhindern?

  14. #13
    Bea

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    Wie gesagt - wenn es einen Haarwechsel bei den langhaarigen Meerschweinchen gäbe, warum haaren dann nicht die Langhaartiere, deren Haare regelmäßig mit Lockenwicklern und ähnlichem aufgewickelt werden, um das Brechen zu verhindern?
    Die haaren genau so, wie alle anderen langhaarigen Meerschweinchen auch. Sehr schön zu sehen, wenn man die Lockenwickler ausdreht und die Haare durchkämmt.

 

 
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