Registrieren

Gras schädlich?

  1. #1
    caramella

    Beiträge
    2.467

    Standard Gras schädlich?

    Hallo! Ich hab derzeit mal wieder Ferienschweine in Pension. Die Besitzer hatten von ihrer Tierärztin den Rat bekommen, die Schweinis auf keinen Fall länger als eine
    halbe Stunde täglich in den Garten zu lassen. Die Tiere würden sonst zu viel Gras fressen, wozu ihr Verdauungssystem nicht ausglegt sei. Das sei sehr schädlich und die Tiere könnten evtl sogar eingehen. Da meine Schweinedamen bei jeder Gelegenheit teils viele Stunden im Garten sind und dabei im Laufe der Jahre bereits gefühlte Tonnen von Gras in sich hinein gemäht haben, ohne irgendwelche Probleme zu bekommen, bin ich nun, höflich formuliert, sehr verblüfft. Hat jemand davon schon gehört?

  2. #1
    Anzeige

    Standard

    Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Christine zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter.

  3. #2
    Pegasus

    Beiträge
    1.171

    Standard

    Hi!
    Das ist großer Blödsinn!
    Ich habe meine Wutzels dieses Jahr monate lang ausschließlich von Gras und Heu ernährt. Allen geht es gut. Was stimmt ist, das man die Tiere vorsichtig an Gras ranführen sollte und sie Anfangs lieber nur 10 min draußen lassen sollte, bzw kleini Mengen an Gras füttern sollte. Meine sieben Wutzen haben nach Gewöhnung pro Tag 1-1,5kg Gras/Tag gefuttert, ohne Verdauungsbeschwerden zu bekommen.
    Vielleicht hat der Besitzer das mit der vorsichtigen Gewöhnung falsch verstanden und es auf immer bezogen.

  4. #3
    caramella

    Beiträge
    2.467

    Standard

    Stimmt, das wäre möglich, dass die Besitzer das vielleicht nicht ganz richtig verstanden haben. Wobei ich grundsätzlich vieles für möglich halte, wenn ich sehe, was eine andere Tierärztin für Dinge über Meerschweinhaltung verbreitet...

  5. #4
    Bea

    Beiträge
    17.807
    Tiere
    10

    Standard

    Es ist aber doch unlogisch wenn Grasfresser (und das sind Meerschweinchen nunmal) ihre natürlichste Nahrung nicht vertragen würden. Das Gras hier kommt den in den Anden übrigens sehr nahe, also allerbeste Vorraussetzungen.

    Ich vermute auch eher, das die Halter die Aussage falsch verstanden haben.

  6. #5
    caramella

    Beiträge
    2.467

    Standard

    Zumindest kann man das hoffen, wenn man mal an all die Tierhalter denkt, die zu der Dame hingehen und sich fachlichen Rat holen wollen. Zumindest das mit dem Verdauungsapparat, der aufs Gras fressen nicht ausgelegt ist, ist ja nicht so wirklich allzu falsch zu verstehen. Aber ich werd das mal so weitergeben. Unsere Ferkel hier haben ihre Grasfressorgien jedenfalls bestens verkraftet. Jedenfalls in den letzten gut fünf Jahren.

  7. #6
    Bea

    Beiträge
    17.807
    Tiere
    10

    Standard

    Die Tiere würden sonst zu viel Gras fressen, wozu ihr Verdauungssystem nicht ausglegt sei.
    Der Satz hätte auch heissen können:

    Die Tiere fressen dann zuviel eiweißreiches Gras, wozu ihr Verdauungssystem nicht ausgelegt ist.
    So hätte der Satz im Frühjahr durchaus seinen Sinn...

  8. #7
    Pegasus

    Beiträge
    1.171

    Standard

    Ich habe die letzten zwei Wochen um das Leben meines Schweinchens
    gekämpft. Sie hatte einen schweren Infekt und ist gearde mal so dem Tod
    von der Schippe gehüpft. - noch ist sie nicht ganz über den Berg.
    Aber:
    Sie hatte zusätzlich schlimmen Durchfall, wie Wasser, da sie das
    Päppelfutter nicht vertragen hat. In meiner Verzweiflung, weil sie
    nichts gefuttert hat, habe ich ihr Gras gereicht, welches sie ja
    gewöhnt ist und siehe da, sie hat es gefressen und vertragen. Der
    Durchfall ging (natürlich auch mit einem Mittel gegen Durchfall)
    zurück, trotz Gras. Inzwischen bekommt sie nur Gras, noch immer das
    Einzige, was sie freiwillig futtert, der Durchfall ist weg und sie auf
    dem Weg der Besserung.
    Daher denke ich, daß Gras bei Schweinchen die daran gewöhnt sind, alles andere als schlecht ist.

  9. #8
    caramella

    Beiträge
    2.467

    Standard

    Ich weiß nun etwas mehr: die Tierärztin meiner Feriengäste meinte nicht nur, dass zuviel Gras schädlich sei. Die Schweine sollten auch nur sehr stark begrenzte Mengen Gemüse bekommen, weil die grundsätzlich nicht aufhören zu fressen, wenn sie satt sind. Die fressen, was da ist, egal wie viel. Äpfel dürfen sie überhaupt gar nicht, weil das tödlich enden kann. Einer ihrer Patienten ist an Apfel gestorben, musste eingeschläfert werden. Ich seh schon, eigentlich müsste es meine Schweinedamen schon vor Jahren dahingerafft haben.

  10. #9
    Luder

    Beiträge
    12.386

    Standard

    Vielleicht beziehen sich ihre spärlichen Meerschweinchen-Infos auf ausschließlich Trofu-gefütterte?! Dann könnte es ja hinkommen das sie Probs mit Frischem bekommen

  11. #10
    caramella

    Beiträge
    2.467

    Standard

    Das weiß ich natürlich nicht. Aber wenn Leute mit ihren Fussels zum Tierarzt gehen, dann verlassen die sich natürlich drauf, dass der einen richtig berät. Die hatten sich zwar vor der Anschaffung der Tiere schlau gemacht, Bücher gekauft und so, aber wenn ein Tierarzt einem was anderes sagt, da hört man im allgemeinen ja schon drauf. Und da ist es natürlich auch eine Gratwanderung, wenn einem ein anderer Schweinehalter dann sein Halbwissen präsentiert. Einerseits möcht man den Tieren was Gutes tun, andererseits kann man sich da auch schnell in die Nesseln setzen. Na ja, mal sehen, ein bißchen hab ich jetzt schon erzählt, was man doch durchaus auch füttern kann. Und was die Herrschaften Schwein bei mir so gaaanz vorsichtig in homöopathischen Dosen schon mal probiert haben. Und mochten.

  12. #11
    Schrecker82

    Beiträge
    5.543
    Tiere
    4

    Standard

    Wasn Quatsch von wegen die hören nicht auf mit essen...(vielleicht gibt es solche - aber sicher nicht alle)

    Also meine hatten letzens nachm Käfigneumachen den Käfig bis zur Unterkante voll Heu (buddeln sich richtige Gänge da rein*g*) - und abends, als ich Äpfel und Karotte reichte, wurde beides nur ein wenig angeknabbert...man mümmelte zwar zwischendurch am Heu, aber die Frischsachen konnte ich wieder rausnehmen.

    Aber ja - TÄ können einen grad in Sachen Ernährung richtig verunsichern (durfte diese Erfahrung grad selbst machen)

  13. #12
    caramella

    Beiträge
    2.467

    Standard

    Meine Damen fressen auch nur, bis sie satt sind, nehm ich mal an. Denn es liegen immer mal Reste von den frischen Sachen rum. Und Heu sowieso. Und ich seh sie auch nicht permanent kauen. Ach, vielleicht sollte ich auch nochmal fragen,w as die TÄin zu Heu gesagt hat. Womöglich dürfen die davon auch nicht zu viel?

  14. #13
    Murx Pickwick

    Beiträge
    4.908

    Standard

    Der
    Durchfall ging (natürlich auch mit einem Mittel gegen Durchfall)
    zurück, trotz Gras. Inzwischen bekommt sie nur Gras, noch immer das
    Einzige, was sie freiwillig futtert, der Durchfall ist weg und sie auf
    dem Weg der Besserung.
    Nicht trotz - durch!

    Deine Meerschweinchen waren an Gras gewöhnt, das, was den Magen-Darm-Trakt am wenigsten belastet, ist also das natürliche Futter Gras - vor allem im Spätsommer und Herbst.
    Wenn tatsächlich Medis gegen Durchfall gegeben worden sind, und nicht das übliche Bene Bac, hätte das Mittel innerhalb von Stunden wirken müssen - tut es das nicht, hat es nicht geholfen, dann wär der Durchfall auch von allein weggegangen. BB verschlimmert eher Durchfall bei Meerschweinchen, als das es wirklich hilft.
    Wenn es sich natürlich bei dem Infekt um Kokzidiose gehandelt hat, und bei dem Durchfallmedikament um ein Kokzidiostatika, war es eigentlich das Medikament gegen die Ursache der Krankheit ...

    TÄ beten auch nur das nach, was sie im Veterinärstudium gelernt haben - es sei denn, sie haben eigene Erfahrungen mit den Tierarten, die sie verarzten. Und im Veterinärstudium sind leider die Ernährung unserer Heimtiere ziemlich stiefmütterlich behandelt - oftmals stehen in den einschlägigen Lehrbüchern im Original das drin, was auch auf den Futtermittelpackungen einschlägiger Futterindustrien draufsteht ...
    Eine andere Infoquelle für Veterinärstudenten sind die Fütterungspraktiken in den Tierversuchslaboren - auch nicht unbedingt eine natürliche Ernährung, die da praktiziert wird.

    Dann haben sie jede Menge tierische Patienten, die mit dem üblichen TroFu gefüttert werden - oftmals nichtmals Heu kennen. Sollten sie auf die Idee kommen, Meerschweinchen sind Grasfresser, sie vertragen Gras, werden sie den Ratschlag sehr schnell bereuen, wenn jahrelang mit TroFu und ohne Heu gefütterte Meerschweinchen plötzlich Gras so viel sie wollen bekommen, werden sie Blähungen bekommen, und das nicht zu knapp ... auf die Art und Weise hatte ich beinahe eines der ersten Meerschweinchen, die mir damals noch in die Kaninchenbuchten gesetzt wurden, zu Tode gefüttert, ich hätt nie gedacht, daß ein derartig robustes Haustier, wie ein Meerschweinchen, wegen ein paar Kräutern und ein wenig Gras derartige Koliken bekommen könnte!
    Tja ... ich wußte nun schon aus eigener Erfahrung, daß Gras normalerweise kein Problem für Meeris darstellt und es sich hier vermutlich eher um die Überforderung eines Tieres gehandelt hat, welches noch nie in seinem Leben was anderes gesehen und gefressen hat, wie ausgerechnet Meerschweinchenfutter. Ein TA dagegen hat diese Erfahrung normalerweise nicht und kann sich das deshalb auch nicht denken.

  15. #14
    Pegasus

    Beiträge
    1.171

    Standard

    @murx:
    Mein Meeri hatte einen schweren, multiresistenten Harnwegsinfekt, den Durchfall bekam sie in Folge des AB´s und des nicht gewohnten Päppelfutters.
    Als Durchfallmedi bekam sie Perenterol, welches recht schnell geholfen hat.
    Wie gesagt, auch das Gras hat sie gut vertragen.

    Ich habe im Laufe meiner Meerscheinchenhaltung gelernt: An Gras gewöhnte Meeris können so viel Gras bekommen, wie sie futtern können. Meine haben zum Teil bis 2kg Gras gefuttert zu sechst, bzw siebt.
    Momantan stelle ich wieder um, auf Gemüse und da gibt es pro Tier und Tag ca 100g Grünzeug. Alles, inkl Äpfel. An alles müssen die Tiere natürlich erst mal langsam gewöhnt werden. Äpfel sollten wegen der Säure nicht täglich gefüttert werden. Eines meiner Tiere neigte zu Lippengrind, dann sollte man sehr vorsichtig sein, mit Äpfeln un Tomaten, wegen der Fruchtsäure.
    Ansonsten bekommen meine Tiere nur noch Heu und im Winter ein paar getocknete Kräuter, allerdings sollte man hier auch vorsichtig sein, da in getrockneten Kräutern alle Nährstoffe konzentrierter sind- zumindest wurde mir das so gesagt- murx bitte korrigiere ich, wenn ihc was falsches schreibe. Daher bekommen meine zwei mal/Woche ein wenig getrocknetes wie Löwenzahn, Brennessel, Scharfgabe oder ähnliches.

  16. #15
    manela

    Beiträge
    175

    Standard

    Morgen,

    hier hätte ich gleich mal eine Frage zum Thema "Gras", denn unsere Jungs und wir sind reine Stadtmenschen und so können unsere Meeris nicht auf ner Wiese oder in den Garten raus. Klar gibt es um uns herrum viele Grünflächen aber von dort würde ich nicht einen Grashalm mitbringen denn dort gibt es mehr Hunde als Kinder auf dem Spielplatz ;( . Deshalb kaufe ich ab und zu mal aus dem Blumenladen meines Vertrauens einen Topf Katzengras und dieser wird von den Meeris gerne angenommen und sauber abgemäht . Ist halt mal so ein Leckerli deshalb auch nicht so viel und der Topf wird nach einiger Zeit wieder rausgenommen so reicht er ca. 3-4 Abende . Meine Frage ist, ist das Katzengras gleich zu setzen mit normalen Gras oder sollte ich das lieber lassen? Bisher konnte ich aber keine negativen Sachen bei meinen Jungs feststellen wie Durchfall Bauchschmerzen oder ähnliches.

  17. #16
    Pegasus

    Beiträge
    1.171

    Standard

    Außer teuer ist Katzengras OK.
    Günstiger ist es, wenn Du Grassamen oder Wellisaat kaufst und diese einsähst. Die kannst Du dann ziehen und auch verfüttern.

  18. #17
    Murx Pickwick

    Beiträge
    4.908

    Standard

    Bei den getrockneten Kräutern ist das Problem das fehlende Wasser, was durch trinken kaum ersetzt werden kann - gut, man kann es jetzt auch sorum betrachten, daß die Nährstoffe dadurch konzentierter sind ...

    Prinzipiell brauchen Meerschweinchen keine getrockneten Kräuter im Winter, sind genügend im Heu drin. Allerdings freuen sie sich auch um ne Abwechslung - also warum nicht ... solange es noch genügend Frischfutter nebenbei gibt, ist das kein Problem.

  19. #18
    Pegasus

    Beiträge
    1.171

    Standard

    Danke Murx! Aber bei Heu fehlt dem Gras ja auch das Wasser???
    Aber egal, wichtig ist denke ich, daß die Meeris abwechlungsreich und gesund ernährt werden.
    Hauptnahrung ist und sollte Heu, bzw ab Frühling Gras und Heu sein, alles andere sollte nur als Leckerlie gelegendlich gereicht werden. Frifu, wie Gemüse habe ich mir sagen lassen max 100g pro Tag und Tier. So halte ich es zumindest seit Jahren.

  20. #19
    Murx Pickwick

    Beiträge
    4.908

    Standard

    si ... in Heu fehlt auch Wasser ...
    Und genau das ist der Grund, weshalb es genauso ungesund ist, ein Meerschweinchen dazu zu zwingen, nur von Heu zu leben, wie es ungesund ist, extrudiertes und pelletiertes Futter zuzufüttern. Es fehlt einfach im Heu das Wasser (wobei bei den Extrudaten auch die fehlende Partikelgröße eine fatale Rolle spielt und schädigt, bei Heu fällt diese Art Schädigung weg).

    Ich muß ganz ehrlich sagen, im Winter kommen bei mir pro Meerschweinchen im Schnitt zwischen 150 - 250g Gemüse zum Einsatz, genau so viel wird von ihnen freiwillig gefressen, wenn man ihnen so viel Gemüse gibt, wie sie haben wollen ... und sie sehen eindeutig gesünder im Winter aus wie letzten Winter, wo ich am Frischfutter gespart hatte und die Meerschweinchen unter 100g Frischfutter bekamen. Allerdings scheinen Meerschweinchen eine Trockenkost a la Heu weitaus besser zu verkraften wie Kaninchen - die waren nämlich letzten Winter hart an der Belastungsgrenze, die Meerschweinchen blieben munter und sahen auch nicht abgemagert, krank oder so aus, weder vom Fell her noch vom Ernährungszustand. Sie zeigten nur im Vergleich zu den anderen Wintern etwas weniger Haarwachstum und Fellglanz und auch vom Verhalten her waren die Unterschiede kaum merklich.
    Wenn ich bedenke, daß viele Tierschützer ihre Kaninchen und Meerschweinchen immer so füttern, wie ich aufgrund von Geldmangel im letzten Winter, find ich das sehr bedenklich - und noch bedenklicher ist, daß genau diese Fütterungsmethode auch noch propagiert wird!

    Das Problem mit den Meerschweinchen ist, sie sind Grasfresser, das sollte man nicht aus den Augen lassen und da haben 2000 - 4000 Jahre Gemüseabfallernährung auch nicht viel dran ändern können (zumal in Südamerika auch heute noch in den traditionellen Haltungen weiterhin frisches Gras gefüttert wird und die Meeris nicht ausschließlich von Gemüse errnährt werden.)
    In den Anden mag es vielleicht selbst im Winter möglichh sein, mal kurz vor die Haustür zu gehen und das Gras, was die Meeris brauchen, frisch zu sensen - in der Stadt ist es ein Ding der Unmöglichkeit. Es muß also Gemüse gefüttert werden - möglichst abwechslungsreich, da Ersatzkost für Gras und es muß trotzdem Gras in irgendeiner Form angeboten werden ... da es nunmal frisch eine Utopie ist, Gras anzubieten, bleibt einem nur die Trockenvariante, das Heu, übrig. Im Winter steigt bei mir der Heubedarf immens, er kann bis zu siebenmal höher liegen, wie im Sommer, wo eben genügend Gras vorhanden ist - trotz Gemüse ad lib.
    Übrigens - mal von wenigen Ausnahmen abgesehen, die tatsächlich Heu ablehnen - auch im Sommer wird von Meerschweinchen Heu gefressen, selbst wenn sie auf die Weide können und sich den ganzen Tag und die Nacht mit Gras die Bäuche vollschlagen können. Kaninchen fressen unter Weidebedingungen oder wenn sie genügend frische Kräuter bekommen, kein Heu. Ein weiterer Hinweis, wie stark auch heute noch trotz Domestikation Meerschweinchen auf Gras angwiesen sind und daß sie tatsächlich deutlich besser wie Kaninchen an eine Trockenbeikost angepaßt sind.

    Beim Gemüse scheint es bei einigen Meerschweinchenlinien ein paar Stolpersteine zu geben, wobei ich nicht weiß, ob hier von den Haltern die Situation richtig eingeschätzt wird.
    Es gibt über unterschiedliche Foren verteilt etliche Halter, die davon berichten, daß ihre Meerschweinchen bei bestimmten Gemüsen deutlich zunehmen und zu dick werden. Es ist möglich, daß mit diesem zu dick der Normalzustand eines Hausmeerschweinchens beschrieben wird, aber ich will auch nicht ausschließen, daß es sich hier tatsächlich um zu dicke Schweinchen handelt. Ich hatte bisher keines dieser Tiere in der Hand gehabt, nachdem es Gemüse ad lib bekam. Und nur mit der Beurteilung des Ernährungszustandes in der Hand kann entschieden werden, ob ein Meerschweinchen zu dick ist oder einfach nur schwerer durch mehr Muskeln geworden ist oder dicker aussieht, weil es eben nen "Grasbauch" entwickelt hat, also das Fassungsvermögen vom Blinddarm erweitert hat (bei mir sehen die Meerschweinchen im Vergleich zu anderen Haltungen immer recht schwanger aus Genau aus diesem Grund, sie bekommen kein Kraftfutter, müssen also ihren Energiebedarf mit Gras, Heu, Kräutern und Co decken, brauchen also einfach auch mehr Pflanzliches, was sie irgendwo zum Verdauen im Körper unterbringen müssen)
    Die Gemüse, um die es hier geht, sind hauptsächlich Wurzelgemüse (Möhren, Pastinaken, Wurzelpetersilie ...), Knollengemüse (Süßkartoffel, Topinambur, Kartoffel ...) und Kohlvarianten (Chinakohl, Kohlrabi etc).
    Mit Knollengemüse und mit Kohl mußte ich selbst die Erfahrung machen, daß diese Futtermittel nicht umsonst als Mastfuttermittel gelten - insbesondere Kartoffeln haben die gleichen Auswirkungen auf Meerschweinchen wie stärkereiche Körner, die Meerschweinchen frieren im Winter schneller, verlieren teilweise an Fellglanz und sie bauen schneller ungesunde Fettpolster auf (fühlen sich dadurch auch schwammiger an wie stärke- und zuckerarm ernährte Meerschweinchen).
    Blattgemüse, Fruchtgemüse und Stielgemüse ausschließlich Kohl dagegen machen nicht dick und können so viel verfüttert werden, wie will. Leider handelt es sich hier oftmals um besonders teure Gemüsesorten. Gerade die Fruchtgemüse weisen zudem auch noch einen erhöhten Wassergehalt auf - sie liegen im Schnitt zwischen 70 - 80% Wassergehalt, Gras liegt meist zwischen 60 - 70% Wassergehalt, in Trockenzeiten kann der Wassergehalt auf unter 50% sinken, ohne daß das Gras abstirbt. Weiterhin sinkt der Wassergehalt von Gras mit dem Alter des Grases und ist am Niedrigsten, wenn das Gras reife Fruchtstände trägt.
    Ich nehme an, daß hier auch die erhöhte Resistenz gegenüber trockenem Futter bei den Meerschweinchen herkommt ... Meerschweinchen kommen schließlich auch sowohl in den Wildformen als auch in der Haustierform in Gegenden mit ausgesprochenen Trockenzeiten vor - und wenn da das Gras schließlich Wasser spart, bleibt ja sowas Ähnliches wie Heu übrig ...
    Die Vorfahren unserer Hauskaninchen dagegen stammen aus dem nordöstlichen Spanien und kommen eher im Flachland denn im Gebirge vor. Da findet sich ganzjährig ne geschlossene Kräuterdecke mit einem Wassergehalt von 60 - 80%. Sie kennen also vom Ursprung im Gegensatz zum Meerschweinchen keine ausgeprägten saisonalen Trockenzeiten, sondern nur sporadische Mager- und Trockenzeiten mit für sie hohen Verlusten, und daran sind Kaninchen wiederum durch ihre Vermehrungsstategien excellent angepaßt.

  21. #20
    Pegasus

    Beiträge
    1.171

    Standard

    Hi!
    Danke, das war wieder einmal sehr Lehrreich. Vielleicht sollte ich meinen Meeris dann doch mehr Grünzeug geben. Ich hatte halt gelesen, daß das Gras in den Anden (ich war noch nie dort) eher trocken als saftig ist und daher Heu das natürlichste Futtermittel wäre.
    Aber so, wie Du schreibst, klingt es logisch.
    Meine Meeris sind nicht zu dick, einen schönen runden Bauch sollte jedes Meeri haben, gerade für Notzeiten.
    Auch im Winter gibt es "günstiges" Wintergemüse. So bekommen meine im Winter hauptsächlich Karotten, Fenchel, Chinakohl, Futterrüben, Chiccoree, Paprika (welche nicht gerade ien Wintergemüse ist) und Gurken (die dann auch recht teuer sind), gelegendlich Äpfel.
    Aber es stimmt schon, im Winter muß man für die gesunde Ernährung seiner Meeris tiefer in die Tasche greifen. Dafür kostet sie im Sommer ja fast nichts. Gras gibt es dann ja überall umsonst, da kann man dann für den Winter sparen.

 

 
Verfasse eine Antwort zum Thema Gras schädlich?

Gras schädlich?: Hallo! Ich hab derzeit mal wieder Ferienschweine in Pension. Die Besitzer hatten von ihrer Tierärztin den Rat bekommen, die Schweinis ...

Ähnliche Themen Gras schädlich?

  1. Gras-wie gut ist das ernährungstechnisch?
    Von jantan im Forum Kaninchen: Ernährung
    Antworten: 21
    Letzter Beitrag: 25.05.2007, 07:16
  2. Nasses Gras. schädlich?
    Von rock-maedchen im Forum Kaninchen: Ernährung
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 17.05.2007, 10:01
  3. schädlich für Hamster...?
    Von Hausi im Forum Hamster: Allgemeines
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 28.12.2006, 17:32
  4. Vitaminzufuhr schädlich?
    Von Sasi im Forum Kaninchen: Ernährung
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 08.08.2006, 16:07
  5. Gras
    Von Wusl im Forum Maus: Ernährung
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 01.02.2005, 10:23
Ähnliche Themen Gras schädlich? close
Fauna Top Sites Tier Topliste
Back to Top

Search Engine Optimization by vBSEO ©2011, Crawlability, Inc.