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Abenteuer Vergesellschaftung

  1. #1
    Anthegra

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    Standard Abenteuer Vergesellschaftung

    Mein EKH-Kater (Kastrat) Karl ist vor ein paar Wochen trotz intensiver tierärztlicher Bemühungen so schwer an hepatischer Lipidose erkrankt (hat aufgrund einer Lungenentzündung und eines Infekts der oberen Luftwege das Fressen verweigert), dass ich ihn habe gehen lassen müssen. Er hat die nur zehn Jahre seines Lebens bei mir verbracht und war ein ausgesprochen liebesbedürftiger Chaot...er fehlt mir sehr.
    In meinem Haushalt leben jetzt noch Paul, ein roter Tiger-Kastrat (12) und Grete, eine dreifarbige Persermixdame von ca. 6. Beides Tierschutznasen, und beides "Übriggebliebene", Paul ist mir zusammen mit seinem Bruder Eddie, der vor zwei Jahren starb, vor die Tür gelegt worden, damals ca. 6 Wochen alt, und Grete kommt aus einem Animal-Hoarding-Haushalt. Sie hat mit fast dreißig anderen Tieren dort gehaust, und als ich sie aus dem TH übernahm, war sie kahlrasiert und so schreckhaft und scheu, dass sie sich erst nach einem Jahr hat von mir anfassen lassen. Da ich ja noch damals drei andere Katzen hatte, musste sie nicht schneller handzahm werden, und konnte in Ruhe lernen, dass sie von Menschen nix zu befürchten hat. Mit den Vierbeinern hatte sie keine Minute Probleme.
    Beide haben Spaß auf dem gesicherten
    Balkon, sind aber ansonsten auch sehr gern auf der Couch bei der Dosine- leider scheint Paul sehr zu trauern um seinen Kumpel Karl. Nicht, dass sie viel miteinander gemacht hätten. Ich habe aber den Eindruck, dass ihm Gretelchen zu anhänglich und aufdringlich und nicht robust genug ist. Sie wiegt mal gerade etwas über zwei Kilo, und Paul, der auf mehr als 80 cm Gesamtlänge kommt, hat gute 10. Abends liegt sie fast auf ihm drauf, putzt ihn und bekrabbelt ihn und legt ihm ihren Schwanz über den Rücken, wie man das bei Katzens so macht... Ihm scheint das zuviel zu werden, und er geht sehr gern seiner Wege. Dann läuft er abends, wenn er sonst mit Karl Frechheiten ausgetauscht hat, in der Wohnung herum und heult, und ich kann ihm natürlich tausendmal sagen, dass alles in Ordnung ist--- er glaubt mir wohl eher nicht.
    Anfang der Woche hörte ich dann von einer Notfelline, die abgegeben wird, weil der neu hinzugekommen Hund (!) wohl Aggro schiebt auf die Katze. Ich find es schon ziemlich grenzwertig, den Aggressor zu behalten, und das ursprünglich vorhandene Pelzgesicht abzugeben, und mein Katzenliebhaberherz hat sofort aufgeheult...
    Lange Rede, kurzer Sinn, ich hab die Dame noch nicht kennen gelernt, werde das aber heute abend machen. In Gedanken räume ich schon ein Zimmer um, in das sie so lang kann, bis die drei sich aneinander gewöhnt haben, und mache mir so meine Sorgen. Eigentlich hab ich bisher, bei insgesamt 7 Katzen, noch nie Probleme mit Unverträglichkeit der Tiere gehabt. Alle Vergesellschaftungen haben reibungslos geklappt.
    Die neue Dame ist sieben, also im Alter zwischen den beiden vorhandenen, ein Mädchen, kastriert- Maine Coon.
    Und da sitzt mein gedankliches Problem. Ich hab das Netz abgegrast nach Angaben zu den rassetypischen Verhaltensmerkmalen. Die einhellige Meinung war: Lebhaft, aber sanft, gesprächig und umgänglich. Rassetypische Merkmale sind das eine, individuelle Merkmale können sehr anders verlaufen, das weiß ich auch. Ich will dem Tier, das in seinen sieben Lebensjahren schon mindestens zwei "Besitzer" hinter sich gebracht hat, auf jeden Fall nicht noch eine kurzzeitige Runde durch einen dritten Haushalt zumuten.

    Die üblichen Vorbereitungen habe ich getroffen und werde sie noch treffen, Futter, Streu, Decken usw. aus dem alten Haushalt mitnehmen, ein Zimmer (ca. 10 m²) steht zu ihrer Verfügung, Klo und Bettchen und sowas stelle ich rein, ein Schmusegitter werd ich auch noch anbringen- und Geduld bewahren sowieso. Valiumspenden bitte an meine Adresse, danke.
    Mein Plan ist, heute abend hinzufahren, mit dem Tier einige Worte zu wechseln, und, sofern Sympathie zwischen mir und der Katz entsteht, sie morgen nachmittag zu mir zu holen. Auch, weil ich morgen einen halben Tag arbeiten muss.
    Meine Fragen an die Experten hier sind:
    Ist es -außer für mich- von irgendwelcher Aussagekraft, ob sie mir auf Anhieb sympathisch ist, erhöht das die Chancen, dass die Tiere insgesamt dann vielleicht eher "von einem Schlag" sind, oder ist das kompletter Mumpitz?
    Bringt dieses Feliways irgendwas?
    Gibt es hier Erfahrungen hinsichtlich der Eingewöhnung einer MC, wie dominant sind MC-Kätzinnen, wie lebhaft ist die Rasse im Schnitt?
    Wird der alte Trick mit dem Verteilen von Gerüchen (Trockenfutterduft/Bodylotion) mittels Kraulen auf alle Katzen noch genutzt? Oder ist das eher kontraproduktiv?
    Oder mach ich mir hier total unnötig einen Kopf und sollte lieber entspannt bleiben?

    Ratlos,

    Anthegra


    Paul... und die Grete.
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  2. #1
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    Hast du schon mal einen Blick in den Ratgeber geworfen? Dieser vermittelt jungen Katzen-Erstbesitzern die Basics der Katzenhaltung - ohne erhobenen Zeigefinger und mit witzigen Fotos. Vielleicht hilft dir das ja weiter!?
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  3. #2
    Anthegra

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    Also, jetzt hab ich sie kennengelernt. Eine Süße. Total ruhig, eher scheu, aber ließ sich nach einer halben Stunde auf meinem "zufällig" auf dem Boden liegenden Mantel nieder. Dann hat sie mich angeschnurrt und gab Köpfchen, ließ sich kraulen, nicht nur am Kopf und dann auch tatsächlich hoch nehmen. Bin ganz geflasht und schon ziemlich beruhigt. Aber natürlich sind hier auch noch die zwei Ureinwohner... Die Spannung steigt. Am Sonntag hole ich sie ab. Drückt mir die Daumen und die Krallen...

  4. #3
    Rewana

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    Also ich habe von Felliway viel gutes gehört. Damals habe ich unsere Katzen einfach micht etwas Tunfischwasser eingerieben, das feuchte klebrige Fell war dann ein gutes Mittel sich gegenseitig zu waschen, dann war eigentlich alles in trockene Tücher. Allerdings wird soetwas heute nicht mehr gemacht wie ich mich habe belehren lassen.

    Laß ihnen vor allem Zeit und habe Geduld und sei selber nicht nervös, das überträgt sich nämlich schnell auf die Tiere.

  5. #4
    Anthegra

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    Thunfischwasser. GENIAL. Danke für den Tipp. Hatte Hemmungen wegen der Chemie in Handcremes, hätte es aber probiert.
    Das persönliche Kennenlernen war sehr beruhigend. Wird schon klappen, denke ich... 😸 hoffe ich. Haltet die Daumen...

  6. #5
    Rewana

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    Ja und mit dem Rest von der Tunfischdose kann man auch herlich locken, zumindest unsere Katzen haben Tunfisch immer geliebt und lieben es noch.

  7. #6
    Anthegra

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    Tunfisch ist die Antwort, hoffe Ich mal. Und wenn es dann darum geht, der Süßen das Billigfutter abzugewöhnen, wird der sicher auch helfen. Bei meinen zwei Stammbewohnern versuche ich gerade, auf Barfen umzustellen. Das wird sicherlich noch lustig...Die zwei haben nämlich eine Vorliebe für Futter, das möglichst wenig Stress macht. Sprich Gewolftes. Na, mal sehen.

  8. #7
    Anthegra

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    Aaaalso. Sie ist heute Mittag hier eingezogen. Der Nase-an-Box Kontakt mit den meinigen verlief so friedlich und aggrofrei, da hab ich dann einfach die Tür von der Box geöffnet. Heraus spaziert kam die Holde und ist wie Queen-Mum persönlich durch die Wohnung geschritten. Geschritten... in den letzten sechs Stunden wurde drei Mal gefaucht. Alle scheinen zwar etwas unsicher zu sein, aber sie können sich aus dem Weg gehen und tun das auch bisher. Sie ist ins Bad gezogen, auf eigenen Wunsch. Das Zimmer für sie hat sie wohl zu gemütlich gefunden, sie zieht Kacheln vor.
    Mein Pauli kann sie und die Kleine wohl nicht so leicht unterscheiden. Ähnliche Fellfarbe, Halskrause und buschiger Schwanz sind wohl Grund genug dafür.
    Also bis jetzt musste Rewanas Geheimrezept noch nicht angewendet werden. Nix riecht nach Fisch... Alles wird gut.

  9. #8
    Rewana

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    Das hört sich gut an.

  10. #9
    Galadriel

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    So wie sich das anhört musst du nun weniger machen, sondern die Katzen eher unter sich..das braucht nun noch Zeit und Alltagsruhe.
    Das Wichtigste habt ihr geschafft..die Sympathie stimmt vermutlich sonst wäre schn Krambuli.

    Ich hab es am wichtigstens Empfunden in so einer Phase schnell zum Alltag zurückzufinden und Ruhe reinzubringen, höchstens mit ein paar Gemeinschaftsspielaktionen die Viecher zusammenzubringen, so sie das mitgemacht haben.

    Feliway und alles andere woran Menschen Geld verdienen möchten, hab ich GsD noch nie gebraucht, weil ein bisschen Stress ist gut und normal und viel Stress hat man idR nicht wenn man die Tiere gut zusammenstellt. Wenn doch kann man ja Feliway testen..
    Aber du bist ja ein alter Hase wie es sich rausliest.

    Das Nase an Box Ding ist zwar gut gelaufen, aber bitte mach das doch nicht ein Tier was eh unter Stress steht und nicht fliehen kann so unter Druck zu setzen.
    Zudem hat es 0 Auswirkungen auf den Integrationsprozess.


    Anmerken möchte ich noch das es konsequent ist sich von einem Tier zu trennen wenn es nicht klappt anstatt es auf Teufel komm raus durchzuziehen.
    Das kann man den Vorbesitzern kaum ankreiden. Auch wenn unsereins das schwer nachvollziehen kann, dann war die Liebe eh nicht groß...Zudem wenn sie Einzelkatze war? Hat sie es jetzt eh besser getroffen und vielleicht sind die Vorbesitzer mit nem Hund besser bedient.
    Kann natürlich auch sein, das es noch andere Gründe hatte. Gerade herumgereichte Einzelkatzen haben ja gern mal was weg, aber bei jemandem wie dir wird das sicher nie ein Problem werden

    Am Ende findet zusammen was zusammengehört..;P

 

 
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