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Chylothorax (Lymphflüssigkeit im Brustraum) - Pumpatmung - Erstickungsgefahr

  1. #1
    Twister-Sister

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    Standard Chylothorax (Lymphflüssigkeit im Brustraum) - Pumpatmung - Erstickungsgefahr

    Hallo Ihr Lieben,

    nach langer Zeit melde ich mich hier einmal wieder. Leider mit einem ernsten Thema, dessen Ausgang ungewiss ist. Aber... vielleicht hilft es ja jemand anderem, der in einer ähnlichen Situation ist. Bitte achtet darauf, wenn Eure Katze Pumpatmung anzeigt oder hechelt. Egal was der TA sagt, besteht auf ein Röntgenbild oder Ultraschall! Bei Chylothorax hilft kein Antibiotika allein, sondern die Katze muss punktiert werden, sonst erstickt sie! Es ist wirklich nicht zu unterschätzen und dieses Krankheitsbild lässt sich mit einfachem Abhören nicht erkennen.

    Nun zu meiner Geschichte:
    Ich habe einen Kater namens Odin (für die, die sich noch daran erinnern können, er ist einer der Söhne der "unglaublichen Mutz"). Vor ca. einer Woche fiel uns auf, dass er sich seltsam verhielt. Wenig fraß, immer wieder schluckte, als hätte er etwas im Hals. Erst dachten wir, dem ist schlecht, der hat sich den Magen verdorben (was nicht ungewöhnlich wäre, bei dem was Odin am Liebsten sich so alles einverleiben möchte), dann als er Montag (Feiertag) so seltsam pumpmäßig atmete, dachten wir an eine Erkältung. Wir gingen zum Notdienst, weil es mir unheimlich war. Vorsichtige Diagnose: Schwere Bronchitis, Verdacht auf Lungenentzündung und Herzgeräusch - Kater wurde aber "nur" abgehört. Blöderweise glaubte ich daran, denn wir hatten in der Familie mehrere Erkältungsfälle und Odin wich uns in der Zeit nicht von der Seite. Da es
    angeblich möglich ist, dass Katze sich mit Angina von ihren Menschen anstecken kann und Odin ja immer so seltsam schluckte, als hätte er Halsweh... vertraute ich dieser Diagnose. Was für ein Fehler!
    Es gab Antiobiotika und ein stabilisierendes Herzmittel. Als Odin daheim war, fühlte er sich zuerst wieder besser. Am nächsten Tag zur Kontrolle, TA war zufrieden. Er würde ja nicht mehr hecheln und auch sonst höre er sich viel besser an. Die Pumpatmung würde noch eine Weile bleiben meinte TA wegen der schweren Bronchitis und des Verdachts auf Lungenentzündung. TA gab nochmal AB und Herzmittel und für zu Hause zweierlei Tabletten. Zu Hause ging es ihm auch soweit ganz gut, nicht gesund (immer noch Pumpatmung) aber ansonsten verhielt er sich relativ normal. Auch der Appetit war zuerst noch da. Nahm dann aber über Mittwoch und Donnerstag wieder ab. Freitag streikte er total, lag nur noch herum... ich wollte ihm dann nochmal seine Medis geben, bevor ich ins Bett ging. Es war sehr spät (oder früh, wie man es nimmt) kurz vor 3.00 Uhr Samstag Früh. Ich muss sagen: Zum Glück war ich so lange wach, sonst hätte ich nicht bemerkt was wirklich los war! Ich trug Odin in die Küche (da kann er sich zur Medikamenteneingabe nicht verkrümeln), da sah ich, dass er plötzlich extrem zu hecheln anfing und auf dem Küchenboden sofort einknickte. Ich bekam Panik und habe diesmal die weiter entfernte Tierklinik angerufen, dass ich sofort kommen wolle. Die haben wie der naheliegende Notdienst auch 24-Stunden-Erreichbarkeit aber bessere Diagnostikmittel sogar ein CT. Ich wollte wissen, was los ist, denn eine normale Lungenentzündung oder Bronchitis... das glaubte ich inzwischen nicht mehr.
    Dort machte man erst ein Röntgenbild, das zeigte, dass im Brustraum "nur Suppe" zu sehen ist. Dann ein Ultraschall - Herz soweit okay aber viiiiiieeel Flüssigkeit. Die wurde dann punktiert, das heisst abgesaugt, weil Odin sozusagen kurz vorm Ersticken war. Ohne Narkose ließ Odin alles über sich ergehen. Ich hatte Angst, dachte: "Wenn es bernsteinfarben ist... oh Gott... dann ist es FIP, dann war es das..."
    Aber, das was herauskam, war nicht bernsteinfarben sondern es sah aus wie "Milch". Kaum das ca. 250 ml von dem Zeug aus ihm draußen war, ging die Atmung wieder normal. Man nennt es tatsächlich Chylos (griechisch für ‚Milchsaft‘) und es ist eine Lymphflüssigkeit. Wenn die sich im Brustraum ansammelt, nennt man das Krankheitsbild also Chylothorax. Das passiert, wenn der Lymphkanal verletzt oder undicht ist, dann ergießt sich dieser Milchsaft dorthin, wo er nicht hingehört. Die Frage ist nur, warum ist der Lymphkanal kaputt? Es könnte durch ein Trauma (Unfall beim Spielen etc.) passiert sein oder aber... und das ist meine größte Angst... es könnte auch eine Krebserkrankung oder sonst eine Erkrankung die Ursache sein.
    Odin blieb den ganzen Samstag in der Klinik, wurde tagsüber nochmals punktiert (diesmal mit Narkose) und ich habe ihn dann gegen Abend abgeholt. Ich soll ihm fettarmes Diätfutter geben (habe ich von dort mit bekommen) und sehen, ob die Atmung wieder schlechter wird, sowie einen zweiten Termin für nächste Woche ausmachen, um nachzusehen, ob sich wieder Flüssigkeit ansammelt oder ob die Diättherapie anschlägt. Bei einer "normalen" Verletzung ist die Heilungschance um die 50% dass der Kanal wieder dicht wird. Man also nicht operieren muss, weil das "kein Spaziergang" wäre.
    Tja... die Sache ist nur... Odin isst nix. Er trinkt nur und liegt herum. Ich habe furchtbare Angst, dass da noch was anderes Schlimmeres dahinter steckt. Morgen rufe ich wieder in der Tierklinik an und dann sehen wir weiter... drückt mir die Daumen und Pfötchen, ich hänge sehr an ihm und will ihn nicht verlieren...

    Traurige Grüße
    Twisi

    P.S.: Ich will mit meinem Bericht niemandem Angst machen. Aber er zeigt, wie man sich täuschen oder etwas unterschätzen kann. Klar will man erstmal nicht mit dem Schlimmsten rechnen. Aber wie gesagt: Besteht auf ein Röntgenbild oder ein Ultraschall, wenn Eure Katze pumpatmet bzw. Flankenatmung (so sagt man wohl auch und so sieht es auch aus) an den Tag legt. Da steckt meist doch mehr als eine Erkältung dahinter.

  2. #1
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    Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Gerd zu werfen.

  3. #2
    Schrecker82

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    Oh Twisi, da macht ihr aber grad was durch...

    Ich drücke ganz feste die Daumen dass Odin wieder ordentlich anfängt zu fressen und es bald bergauf geht! Fühl dich mal gedrückt!


    Gordon (ok...keine Katze *g*) lag ja letztes (äh, mittlerweile muss ich sagen: vorletztes) Jahr 12 Tage auf der Intensivstation wegen einem Pyothorax (also Eiter im Brustkorb). Daher kann ich dir nur zustimmen bei veränderter Atmung genau schauen zu lassen.

    Gordon merkte man so gar nichts an, er sprang rum wie immer - aber in Ruhe hatte er eine abdominale Atmung (also dieses Pumpen mit dem Bauch). Ich lies ihn bei mir auf der Arbeit von Kollegen röntgen (obwohl die auch meinten "Guck mal wie der rumhüpft, da is sicher nichts) und schwupps: Flüssigkeit. Ab in die Klinik.

    Auch dort "Naja, erhöhte Atemfrequenz sieht anders aus...aber schaun wir mal...". Punktiert, BÄM, Eiter...(Grund: er hatte sich Wochen zuvor wohl beim Fressen eines Fisches ne Gräte durch die Speiseröhre gepiekt, sie abgeschluckt aber die Verletzung war halt da und so konnten die Bakterien rein).

    Die Blutwerte waren nicht ok und sackten plötzlich dramatisch ab so dass er nicht mal mehr narkosefähig war, die Atmung wurde trotz Drainage immer schlimmer. Hunger hatte er auch nicht mehr wirklich (und das als Labrador). In den 12 Tagen hat er weniger als die Hälte dessen gefressen, was er gebraucht hätte (und sah dann auch so aus).

    Geholfen hat bei ihm letztendlich das öffnen des Brustkorbes, so konnte er "auf links gekrempelt" werden (also einmal Organe raus, Spülen, Organe wieder rein *grobgesagt*). Von da an gings stetig bergauf, das normale spülen per Drainage war bei ihm nicht ausreichend um allen Dreck rauszubekommen (zudem bekam er danach noch über Wochen, ach was, Monate, versch. Antibiotika).

    Er hat sich super von dem Eingriff erholt und zu Hause war nach einigen Tagen auch der Hunger wieder normal. Wäre ich ein paar Tage später erst zum Arzt gegangen, als es ihm richtig schlecht ging...ich mags mir gar nicht ausmalen...

  4. #3
    Mietzie

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    Alles Gute für Odin

  5. #4
    Twister-Sister

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    Ach herrje... Schrecker, das ist ja auch eine heftige Geschichte mit Gordon. Es freut mich, dass es aber zu einem guten Ende gekommen ist. Das ist bei mir nach wie vor... ungewiss. Ich habe Odin heute wieder in die Tierklinik gebracht, weil er total streikte. Und prompt ist wieder etwas nachgelaufen in den Brustkorb, der TA mit dem ich heute abend telefoniert habe, meinte, es wäre diesmal auch noch mit Blut versetzt gewesen. Ich habe einem CT zugestimmt, denn es kann immer noch sein, dass ein oder mehrere Tumore dahinterstecken und dann... weiß ich nicht wie es weitergeht. Er wird mich heute Abend oder morgen Früh zurückrufen... ach Leute ich bin gerade völlig am Ende

  6. #5
    discomedusa

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    Ohjeh, hört sich schlimm an. Alles Gute und ich drücke die Daumen dass es besser wird!

  7. #6
    floydbeagle 3

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    Auch hier sind alle Daumen und Pfoten gedrückt.

  8. #7
    Trofu

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    Wie gehts ihm denn jetzt?

  9. #8
    Schrecker82

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    Wir drücken hier auch weiter mit und hoffen auf gute Nachrichten!

  10. #9
    Twister-Sister

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    Hallo Zusammen!

    Erstmal vielen Dank fürs Pfötchen- und Daumendrücken. Bisher noch kein Neuigkeiten zumindest habe ich noch kein Ergebnis des CT erfahren...
    Habe heute mehrmals in der Klinik angerufen und niemanden erreicht, der mir hätte Auskunft geben können. Die behandelnden Ärzte waren erst in einer Konferenz und danach in Behandlung, man würde mir, sobald es etwas Neues gibt, Bescheid geben. Ich werte es mal vorsichtig als "gutes Zeichen", denn wenn nun Krebs herauskam, der nicht mehr zu behandeln wäre, hätte man mir doch sicher schon Bescheid gegeben?

    Ratlose Grüße
    Twisi

  11. #10
    Twister-Sister

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    Update

    So, heute habe ich mit dem behandelnden Arzt reden können. Odin hat KEINE Tumore. Ansonsten hätten sie sich gemeldet. Ich darf ihn heute zur Probe mit nach Hause nehmen. Zur Probe deshalb, weil er in der Klinik nach wie vor sehr ängstlich ist und nichts freiwillig essen will. Sofern er bei mir etwas isst, kann er erstmal bis zur nächsten Kontroll-Schallung bleiben. Wenn er bis morgen nix zu sich nimmt, muss er wieder hin. Denn zu lange hungern darf keine Katze (die Gefahr besteht im Gegensatz zu Mensch und Hund dann, dass Katzen ansonsten ein eigenes Krankheitsbild entwickeln, weil die Leber sofort auf die Fettreserven des Körpers losgeht und Mieze dann überhaupt kein Hungergefühl mehr entwickelt - kompliziert, ich weiß).
    Die Diagnose ist also weiterhin: Sportunfall. Ein Lymphkanal, so er durch fettarmes Futter entlastet ist, kann in zwei bis drei Wochen selber zuheilen. Aber eben nur "kann". Wenn es dumm läuft, tut er es nicht. Dann MUSS operiert werden. Arzt und wir alle hoffen, dass dieser Krug an uns vorübergeht. Aber sicher ist es nicht. Ich bin weiterhin auf alles gefasst. Positiv ist schonmal, dass weniger in den Brustraum nachlief wie am Anfang und es gestern auch nicht mehr so blutig-entzündlich war.

  12. #11
    Schrecker82

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    Na das liest sich doch schonmal "vorsichtig positiv".

    Hoffe der kleine Mann fängt zu Hause wieder das Fressen an und der "Sportunfall" heilt von alleine aus

  13. #12
    Phade

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    Oh, jeh, da hast Du ja mächtig Sorgen mit Deinem Odin ! ... aber zumindest sind es mal keine Tumore, sondern "was" was heilen kann..
    Hier sind auch alle Daumen und Pfoten gedrückt, dass das Katerle frisst und keine OP notwendig wird !
    Grüße
    Phade

  14. #13
    Twister-Sister

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    Update von heute Abend

    Hi, das Pfoten- und Daumendrücken scheint zu helfen
    Odin isst, zwar etappenweise aber immer mal wieder und... er zieht sich nicht mehr so zurück wie vor zwei Tagen. Er ist natürlich noch wackelig auf den Beinen aber er hat die halbe Wohnung "markiert" (mit den Lefzen) und seine Duftmarke am Kratzbaum hinterlassen (mittels Krallenwetzen). Gerade sitzt er mit auf der Couch und döst leise schnurrend vor sich hin. Ich hoffe, dass es morgen auch so ist bzw. dass er weiter seinen Appetit behält und keine Lymph- oder sonstige Flüssigkeit nachläuft.

  15. #14
    Trofu

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    Ich drück ganz fest die Daumen.

  16. #15
    floydbeagle 3

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    Auch hier sind alle Daumen und Pfoten weiterhin ganz fest gedrückt!
    Hoffentlich geht es weiterhin bergauf.

  17. #16
    Twister-Sister

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    Hi,

    also als "Nervensäge" leistet Odin wie in gesunden Zeiten wieder ganze Arbeit. Er mag sein Diätfutter nicht. Und er versteht nicht, warum die anderen "was Besseres" kriegen und er NICHT. Trennung der Rabauken zu Futterzeiten ist wieder ein anderes Thema. Die Chaoten essen nicht, wenn ich sie im Wohnzimmer füttere, die Tür zu mache und Odin dann nicht dabei ist. Dann hat man plötzlich Angst oder keinen Appetit oder was auch immer. Sperre ich Odin derweil in die Küche und lasse die ganze Wohnung offen, dann isst mir weder Odin noch ein Teil der restlichen Bande und daraus gibt es garantiert wieder mind. eine Fellnase die zur geschlossenen Glastür rein schaut, was Odin denn nun allein mit den Menschen in der Küche macht. Entweder ich verabreiche allen eine Diät - dann funzt das aber nur mit dem Diät-Trockenfutter, denn das ist bei allen der Hit. Alle Feuchtprodukte der Firma "Hills" mögen sie nicht. Naja... außer Gastkater Murgel aber auch der konsumiert das nur in Maßen und streunt dann lieber´morgens durch unsere Straße, weil er weiß, dass das Päärchen vom Zeitungsdienst "immer was dabei" hat für ihn und alle anderen Fellnasen der Siedlung :-/

  18. #17
    Twister-Sister

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    Update

    Odin hat neulich eine Drainage eingesetzt bekommen, nachdem der Brustkorb immer noch sehr voll gelaufen war. Darüber hatte man ihm eine Bandage angelegt und darüber wiederum eine Art Strampelanzug angezogen (die Dinger gibt es für alle möglichen Tiere als Alternative zum "Kopftrichter") damit alles schön an Ort und Stelle bleibt. Diese Drainage sollte ich normalerweise selbständig zu Hause spülen. Aber ganz ehrlich? DA habe ich mich nicht rangetraut. Einmal das Ventil verkehrt herum auf und es hätte sich sofort Luft in den Brustkorb angesaugt. Die Folgen wären fatal: Die Lungen würden dann kollabieren. Und das Ventil hatte 3 Eingänge - also ein Fehler ist da gaaaanz schnell passiert. Darum habe ich gesagt, ich komme lieber täglich zur Spühlung zum Arzt. Klar, der Aufwand ist größer, die Aufregung für den Kater auch, es kostet extra Geld - aber wäre mir da was zu Hause passiert, ich hätte mir ewige Vorwürfe gemacht.
    Sie zogen ihm am ersten Tag 150 Milliliter Chylos ab am zweiten Tag auch. Ich sagte schon: Oh je, ohne OP heilt das nicht, das wird ja gar nicht weniger...

    Am dritten Tag also gestern Abend hätte ich natürlich auch dorthin sollen. Nuuur.... Odin, der sich den halben Tag schon im Schrank verkrümelt hatte, war nirgends zu finden. Ehrlich - ich habe mehr oder weniger die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt: Kein Odin. Schließlich habe ich in der Klinik angerufen und ausgemacht, dass ich es ausfallen lassen muss und dafür gleich heute morgen zum Spülen komme (in der Hoffnung BIS DAHIN den Kater zu finden). Naja 10 Minuten nach dem Anruf, saß er plötzlich wieder im Kleiderschrank. Als hätte er das Telefonat verstanden!
    Aber herauskommen wollte er partout nicht. Man muss dazu sagen, dass Odin auch immer wieder sehr uminöse Zitteranfälle beim Ausatmen an den Hinterbeinen hatte, kaum gegessen hatte (er wollte aber er konnte nicht so richtig) und auch ansonsten einen ziemlich unglücklichen Eindruck gemacht hatte.

    In der Nacht sah meine bessere Hälfte nochmal nach ihm und lockte ihn aus seinem Schrankversteck und da sahen wir, dass er seinen Strampelanzug halb ausgezogen hatte und auch der Rest irgendwie derrangiert aussah. Und wir sahen auch, WARUM er das tat. Der Strampler war wohl viel zu klein, vor allem auch am Hals - deshalb konnte er nicht richtig essen. Die Bandage um die Drainage darunter war verdammt eng. Die schnürte richtig in den Unterbauch ein. Vermutlich deshalb das Zittern an den Beinen. Also haben wir kurzerhand alles bis auf die angenähte Drainage entfernt und beim Tierklinik-Nachtdienst Bescheid gegeben. Dort sagte man, dass eigentlich nicht viel passieren kann, man müsse eben aufpassen, dass Odin sich nicht die Drainage selber zieht. Aber der war einfach nur glücklich wieder ausreichend Luft und Bewegungsfreiheit zu haben, lag auf der Couch und ließ sich von "Herrchen" kraulen.
    Überhaupt war das ein Unterschied wie Tag und Nacht, nachdem er nicht mehr so eingepackt war. Er aß plötzlich wieder relativ normal, putzte sich, nahm am allgemeinen Leben wieder teil und einmal däubelte er sogar nach seinem Bruder. Auch das ominöse Zittern war wie weggeblasen! Dass da jetzt noch ein Schlauch aus seinem Brustkorb hin, war ihm absolut schnuppe. Nur seinem Bruder nicht, der dachte, man könne damit prima spielen. Also mussten wir den anfangs ziemlich in Schach halten

    Dann waren wir heute morgen in der Tierklinik zur Spülung. Dort sagte man uns, es gäbe nicht viel zu spühlen, vermutlich sei die Drainage nicht mehr am richtigen Ort. Also schnell ein Röntgenbild, was das auch bestätigte - es stellte sich aber auch heraus, dass kaum Flüssigkeit im Brustkorb war! Was für eine gute Nachricht, das heisst dann nämlich, dass die Chancen auf eine Selbstheilung sehr gut stehen!
    Ihr glaubt nicht, wie erleichtert ich war... mir kamen fast die Tränen vor Freude. Gestern dachte ich nämlich noch, als sich Odin dauernd verkrümelte, dass die Geschichte ein schlimmes Ende nehmen könnte...
    Naja, derzeit sitzt er wieder auf der Couch und beobachtet interessiert seine Mitbewohner. Jetzt hoffe ich, dass übers Wochenende keine weitere Flüssigkeit dazu kommt und dass der Kontrolltermin am Montag ein gutes Ergebnis bringt.

    Erleichterte Grüße
    Twisi

  19. #18
    Trofu

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    Das hört sich doch jetzt schon mal wieder besser an

  20. #19
    Twister-Sister

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    Standard Update

    Hi,

    weil die Angaben über diese Krankheit im Web relativ auseinandergehen (die einen sagen: Sowas kommt öfters bei Katzen vor, die anderen, dass es selten ist) und weil man wirklich neben medizinischer Fachliteratur über OP- und Behandlungsmethoden relativ dürftig sind (also Erfahrungen von Dosenöffnern) dokumentiere ich den Fall hier weiter. Vielleicht hilft es jemanden der das hier liest und mit dem selben Problem kämpft.

    Also... leider hat sich die Sache wieder verschlimmert. Beim Kontrolltermin am Montag kam heraus, dass wieder mehr Flüssigkeit sich angesammelt hatte. Sowas sieht man nur mit Röntgenbild - abhören allein hilft hier natürlich nicht.
    Und weil mittlerweile 2 bis 3 Wochen vergangen sind, war klar, dass sich die undichte Stelle im sogenannten Brustmilchgang (Ductus thoracicus) nicht von alleine schließen will. Eine OP war nun unumgänglich und ich hatte ehrlich gesagt einen Mords-Bammel davor. Gestern war es dann soweit. Ich lieferte Odin schwehren Herzens ein und verbrachte zu Hause bange Stunden bis der erlösende Anruf kam: Odin liegt noch auf dem Tisch und wird gerade "zugenäht" - die undichte Stelle (ein kleines Löchlein) wäre auch gefunden und genäht worden.
    Heute bzw. nachher darf ich meinen tapferen Kater besuchen kommen.
    Seufz... er fehlt hier an allen Ecken und Enden und ich hoffe inständig, dass das wirklich die einzige undichte Stelle war, dass sie nun auch zu bleibt (keine neue Öffnung entsteht) und mein Katerchen schnell gesund wird und entlassen werden kann.


    Wer sich noch ein wenig zum Thema Chylothorax informieren möchte, der kann auch bei Wikipedia zum Thema fündig werden http://de.wikipedia.org/wiki/Chylothorax
    Chylothorax scheint es wohl bei allen Säugetieren inklusive des Menschen geben. Irgendwie sind wir wohl doch sehr gleich gebaut...

    Liebe Grüße
    Twisi

  21. #20
    Trofu

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    Ich drück die Daumen für eine rasche Heilung!

  22. #21
    Schrecker82

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    Mensch Odin, was machste nur für Sachen?


    Hier sind die Daumen weiterhin gedrückt, auf dass er sich von der OP schnell und gut erholt und der "Käse" dann ganz rasch gegessen ist

  23. #22
    Rewana

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    Ich drücke auch die Daumen.

  24. #23
    floydbeagle 3

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    Hoffentlich wird jetzt alles endlich wieder gut.
    Auch hier werden weiterhin die Daumen gequetscht.

  25. #24
    Twister-Sister

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    Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank fürs Daumen- und Pfötchendrücken. Ich habe Odin am Donnerstag und heute wieder besucht. Der Gute hat einen Trichter um den Kopf UND einen Body (Strampelanzug) an. Er ist diesbezüglich nicht sehr glücklich und hat sich heute wohl selbständig mal wieder halb ausgezogen. Sehr zur Freude der Krankenpflegerin, die ihn dann wieder anziehen durfte. Auch ist er bemüht immer mal wieder sein Lager "umzugestalten". Eigentlich ist er ja ein ganz Lieber, immer noch etwas schüchtern aber im Gegensatz zu manch anderem Patient dort doch sehr umgänglich. Nur das Absaugen passt ihm nicht so recht, das muss man halt immer noch immer mal wieder machen. Es ist wieder ein wenig Chylo aber auch Wundwasser nachgelaufen, wohl weniger als gestern aber halt immer noch was da. Man wird ihn auf jeden Fall die nächsten Tage weiterhin in der Krankenstation lassen und weiter beobachten. Der Arzt will auf jeden Fall "dran bleiben", denn außer dem blöden Chylothorax ist Odin völlig gesund. Es gäbe noch die Möglichkeit, den gesamten Milchkanal abzubinden - aber das wäre dann wieder 'ne größere Sache und auch dann gibt es keine 100%ige Garantie, dass der Spuk vorüber wäre. Puh... ich kann echt nur hoffen, dass er in den nächsten Tagen endlich "dicht" wird und bleibt. Er fehlt mir so...

    Hoffende Grüße
    Twisi

  26. #25
    Twister-Sister

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    Hi,

    nachdem Odin fast eine Woche in der Tierklinik war, konnte ich ihn fürs Wochenende mit nach Hause nehmen. Leider leider ist sein Zustand immer noch besch****. Es war ein Auf und Ab nach der OP. Erst sah es so aus, als wäre das Loch, dass man geflickt hatte, der Grund für den Nachfluss des Chylo. Während das Wochenende nach der OP ganz gut aussah, folgte der Tiefschlag dann am Montag. Da floss wieder sehr viel nach. Die Tage drauf wieder weniger. Am Freitag zeigte man mir und meiner besseren Hälfte noch eine andere Methode, wie man den Chylo mittels der Drainage, die in Odin steckt, absaugen kann. Diese ist wesentlich einfacher, weil man hierbei nicht auch noch spülen muss. Gestern haben wir es also allein zu Hause gemacht. Odin war ganz brav und hat alles mit sich machen lassen. Insgesamt zogen wir 64 ml. ab - also immer noch eine ganze Menge. Heute bin ich gespannt, wieviel wir abziehen werden. Aber... und das ist das eigentlich Traurige daran: Odin isst kaum was. Verkrümelt sich immer mal wieder. In der Tierklinik hatte er einen sehr viel besseren Eindruck gemacht. Morgen sind wir zur Überprüfung dort und zur Weiterbesprechung. Es ist sehr deprimierend und wir wissen nicht, wie es überhaupt weitergehen soll. Diese Krankheit ist teuflisch. Laut Tierarzt hat er nur sehr wenige Fälle in der Klinik bisher gehabt, die Erfahrungswerte dementsprechend mäßig. Odin soll noch Rutin bekommen - ein Strohhalm zugegebenermaßen. Aber mir liegen nur so große Weichkapseln vor, die ich nicht in den Kater bekomme. Ich habe jetzt noch Rutin als Tabletten bei unserer Apotheke bestellt, die kann man zerkleinern. Ob sie was helfen werden, bleibt abzuwarten. Ich habe viel selber mit Recherche was diese Krankheit angeht verbracht. Wie gesagt, können auch Menschen sowas bekommen - ja sogar Ungebohrene. Aber bei Säuglingen/Frühchen ist die Chance anscheinend hoch, dass der undichte Ductus (also der Milchkanal) bedingt durch das Wachstum, sich von alleine schließt, sofern keine andere Grunderkrankung vorliegt. Es dauert Wochen und Monate in der die Kleinen auf Intensiv liegen - furchtbar für die Eltern. Ich habe von Diäten gelesen, die keine langkettigen Fettsäuren enthalten sondern mittelkettige. Und letztere entlasten den Milchkanal, weil das Fett nicht durch die Lymphe weitergeleitet sondern in der Leber verarbeitet wird. Aber sowas scheint es nicht als Katzenfutter zu geben.
    Meine Angst ist jetzt einfach, dass wenn Odin noch mehr abnimmt, nicht mehr isst, schwächer wird... es gar keine Möglichkeit mehr gibt, um ihm helfen zu können. Man stelle sich das vor: An Weihnachten, also gar nicht lange her, ging es ihm noch super. Und innerhalb weniger Wochen... ich könnt nur noch heulen. Wir versuchen natürlich alles, Odin alles so schön wie möglich zu machen. Momentan liegt er mit uns auf der Couch aber... ich fühle mich schrecklich hilflos.

    Traurige Grüße
    Twisi

  27. #26
    Schrecker82

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    Ach Twisi....da weiß man gar nicht was man schreiben soll...

    Aber wir sind in Gedanken bei dir und Odin und drücken weiterhin ganz feste die Daumen!

  28. #27
    Twister-Sister

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    Danke Schrecker. Ich komme gerade von der Tierklinik und habe Odin erstmal dort gelassen. Die Tabletten habe ich zuerst von der Apotheke geholt und gleich mit abgegeben, die sind jetzt wirklich in "echter" Tablettenform und keine Weichkapseln. Auch sind sie höher dosiert, so dass man weniger davon verabreichen muss. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
    Odin war ziemlich ausgetrocknet und man wird ihn jetzt zwei bis drei Tage eine Magensonde verpassen. Man hätte ihn damit auch mitnehmen können und selber versorgen... aber momentan fehlt mir und meiner besseren Hälfte nicht nur die Kraft dazu, wir wollen auch nichts falsch machen und es ist nicht einfach zu Hause alles so zu überblicken, wenn man eigentlich "noch" Laie ist. Chylos abziehen, das schaffen wir ganz gut (vor allem weil Odin so lieb und entspannt mitmacht) aber etwas in den Magen eingeben... noch ein Schlauch... puh... es war uns in dem Fall lieber, wenn das in der Tierklinik gemacht wird und Odin da rund um die Uhr unter Beobachtung steht. Auch kann man dort gleich sehen, ob das den Milchkanal nicht so weit entlastet, dass er doch "zu geht". Da wird man dann auch die Therapie mit dem Rutin beginnen können, denn das Mittel lässt sich über die Sonde recht gut verabreichen (besser als durchs Mäulchen - man kennt das ja: Tabletten und Katzen - ein Kapitel für sich). Wenn das Mittel anschlägt, was wie gesagt ein Strohhalm ist, dann könnte er es schaffen, wieder gesund zu werden. Wenn nicht... sieht die Prognose düster aus.
    Versteht mich nicht falsch, einerseits will ich zwar so viel wie möglich für den Kater tun, wir wollen alle noch nicht aufgeben - aber andererseits soll er nicht "zu Tode therapiert" werden. Wenn es noch Hoffnung gibt, so wollen wir im gewissen Rahmen weitermachen aber eben nur in einem gewissen Rahmen, denn er soll kein unnötiges Leid erfahren, wenn man sieht, dass alles zwecklos ist.

  29. #28
    Trofu

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    Zitat Zitat von Schrecker82 Beitrag anzeigen
    Ach Twisi....da weiß man gar nicht was man schreiben soll...Aber wir sind in Gedanken bei dir und Odin und drücken weiterhin ganz feste die Daumen!
    Da schließ ich mich doch vollinhaltlich an *seufz*

  30. #29
    black sunshine

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    Twisi, lass dich drücken, ich leide mit dir.

  31. #30
    floydbeagle 3

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    Ich kann mich nur anschliessen.

 

 
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Chylothorax (Lymphflüssigkeit im Brustraum) - Pumpatmung - Erstickungsgefahr: Hallo Ihr Lieben, nach langer Zeit melde ich mich hier einmal wieder. Leider mit einem ernsten Thema, dessen Ausgang ungewiss ...

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